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Steuerberater und Anwälte diskutieren Immobilienportale

Erstellt von Hary Stubnya | | Immobilienportale & Markt Marktgeschehen

In Fachgesprächen fällt ein Thema immer häufiger: Was machen Immobilienportale eigentlich mit den Daten ihrer Nutzer?

Warum Steuerberater und Anwälte jetzt über Immobilienportale sprechen

In den letzten Monaten fällt ein Thema in Fachgesprächen immer häufiger: die Frage, was große Immobilienportale eigentlich mit den Daten ihrer Nutzer machen. Es geht längst nicht mehr nur um Inserate. Wer im Expertenkreis arbeitet -- Sachverständige, Steuerberater, Anwälte, IT-Berater -- beobachtet eine Entwicklung, die das gesamte Zusammenspiel der Immobilienbranche verändert.

Vom Inserat zum Datenkonzern

Scout24 SE, der Betreiber von ImmoScout24, erzielte 2024 einen Umsatz von 566,3 Millionen Euro. Das Unternehmen ist an der Börse mit rund 7 Milliarden Euro bewertet. Doch die spannendste Zahl steht in der Erlösstruktur: Das Segment "Transaction Enablement" -- darin enthalten die Realtor Lead Engine und der Verkauf qualifizierter Eigentümer-Kontakte -- wuchs 2024 um 19,1 Prozent. Schneller als jedes andere Segment.

Scout24 hat sich gezielt Bewertungs- und Marktforschungsfirmen einverleibt, darunter Bulwiengesa und Neubau Kompass. Die Plattform liefert längst nicht mehr nur Inserate, sondern Marktdaten, Pricing-Tools und Bewertungsalgorithmen.

Für Sachverständige, die mit genau diesen Daten arbeiten, stellt sich eine Frage, die im Kollegenkreis zunehmend diskutiert wird: Wie unabhängig ist eine Datenquelle, deren Betreiber am Transaktionserfolg mitverdient?

Ein Gerichtsurteil als Wendepunkt

Im Juni 2025 entschied das Landgericht Berlin II (Az. 52 O 65/23): ImmoScout24 verstösst gegen Datenschutz- und Wettbewerbsrecht. Die Klage kam vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Im Kern ging es um zwei Dinge:

Erstens: Die irreführende Bewerbung eines SCHUFA-BonitätsChecks, der Wohnungssuchenden suggerierte, Vermieter würden diesen bereits bei Besichtigungen verlangen. Zweitens: Die Erhebung sensibler Daten wie Beschäftigungsart, Nettöinkommen und Rauchgewohnheiten über ein Selbstauskunft-Formular -- ohne wirksame Rechtsgrundlage.

Dieses Urteil ist im Expertenkreis deshalb relevant, weil es erstmals gerichtlich bestätigt, was viele länger vermutet haben: Die Datenerhebungspraxis großer Portale bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Das Berufungsverfahren läuft (KG Berlin, Az. 5 U 63/25).

Auch hinter Immowelt verändern sich die Strukturen

Immowelt gehört seit April 2025 zu 90 Prozent dem Finanzinvestor KKR. Die Classifieds-Sparte wurde mit rund 10 Milliarden Euro bewertet -- dreimal so viel wie das verbliebene Mediengeschäft von Axel Springer. Der neue CEO der AVIV Group kommt nicht aus der Immobilienbranche, sondern von Avito, einem generalisierten Online-Marktplatz.

Die Eigentümerwechsel und Führungswechsel signalisieren: Das Geschäft mit Immobiliendaten ist für Finanzinvestoren attraktiver als das Mediengeschäft. Die Plattformen werden zunehmend als Datenunternehmen geführt, nicht als Inserate-Börsen.

Warum dieses Thema im Netzwerk zählt

Ein Sachverständiger, der die Hintergründe kennt und seinen Auftraggebern erklären kann, woher seine Datengrundlagen stammen und welche Interessen der Datenlieferant verfolgt, wird häufiger empfohlen. Gerichte und Banken legen zunehmend Wert auf die Nachvollziehbarkeit der Datenherkunft.

Im Austausch mit Steuerberatern, Anwälten und IT-Beratern zeigt sich: Das Thema Datenhoheit wird branchen übergreifend relevanter. Wer früh versteht, wie die Mechanismen funktionieren, hat einen Wissensvorsprung -- und kann seine Auftraggeber besser beraten.

Die Immobilienwertermittlungsverordnung setzt unabhängige, geprüefte Daten voraus. Ein Sachverständiger, der diese Anforderung nicht nur formell, sondern auch inhaltlich ernst nimmt, positioniert sich als verlässlicher Partner im Expertenkreis.


Nächster Schritt: Fachkundige Begleitung

Immobilienbewertung wird zunehmend durch digitale Geschäftsmodelle beeinflusst, die über das reine Inserat hinausgehen. Wer heute Gutachten erstellt, sollte die Interessen hinter den Datenquellen kennen -- und sich mit Fachleuten austauschen, die das Thema aus anderen Perspektiven beleuchten.

Für datenschutzrechtliche und IT-rechtliche Fragen arbeiten wir mit spezialisierten Kolleginnen und Kollegen in Erlangen, Nürnberg, Fürth, Forchheim und den umgebenden Landkreisen zusammen. Keine anonyme Vermittlung, sondern persönliche Empfehlung an Fachleute, für deren Arbeit wir einstehen. Sprechen Sie uns an.

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